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Frog Blog

30.11.05, 13:34 Uhr

Vom Problem, unterzukommen

Montag war ich wieder bei einer Party in Torcy. Diesmal Themenabend Österreich. Nachdem ich in der Bielefelder Unimensa von der Österreichwoche so ein Trauma davongetragen habe, konnte meine Meinung von der Österreichischen Küche ja nur besser werden. Es gab Nudelsalate, Schnitzel und Kaiserschmarrn. Und in der Tat alles sehr lecker. Vor allem Kaiserschmarrn hatte ich, man soll es nicht glauben, noch nie probiert. War aber echt gut. Nur hinkommen war schwer, es gibt hier ja überall diese Paranoia-im-Endstadium-Türschlösser. Da mehr als woanders, weil es nichtmal einen Zahlencode gibt, den man willkommenen Gästen verraten kann, sondern nur so einen Chipleser. Die kriegen übrigens auch seit zwei Wochen oder so keine Post mehr, weil der Postbote keinen entsprechenden Chip hat. Na jedenfalls kam ich dann da irgendwann spät am Abend angedackelt und konnte nicht klingeln nichts. Caro hat meine SMS nicht gehört, blieb als letzte Hoffnung noch Florian. Der kam dann zum Glück auch runter, um mir aufzumachen. Ich glaube, ich muss mal mehr Nummern sammeln. Ist sonst so hoch gepokert irgendwie. Apropos. Nachdem es die letzten Male so problemlos war, irgendwo einen Ort zu finden, an dem ich unterkommen konnte, ja sogar zum Teil ein Überangebot da war, habe ich mir diesmal keinen Kopf gemacht und dachte: "Das wird sich schon regeln. Frag ich einfach zur Not genug Leute." Tja, denkste. Als am Ende nicht mehr viele Leute da waren und ich immer noch keine rechte Zusage hatte, hat sich dann ein Ungar mir einen Schlafplatz angeboten. Es wären zwar sein Bruder und dessen Freundin da und eine Matratze hätte er auch nicht, aber wenn es mir nichts ausmachte... Wie sollte es, Hauptsache nicht irgendwo auf dem Flur zusammenrollen.

Naja, es wäre übertrieben, zu behaupten, es wäre komfortabel gewesen. Aber so ein bisschen urbanes Survival passte irgendwie ganz gut zum Erasmus-Flair. Ich hatte sogar gleich zwei Teppiche zum Unterlegen. Und sogar so ein Art Decke, da kann man doch nun wirklich nichts sagen. Und es war sogar so eine Art Bed & Breakfast (nur halt ohne das Bed), weil mir am nächsten Morgen sogar noch ein richtiges Frühstück angeboten wurde. Ich hab mich dann aber mit einer Tasse Tee beschieden.

Heute bin ich dann zum IRCAM gegangen. Einem Institut für Forschung im Bereich Musik und Klänge. Thomas hatte mir davon erzählt. Es ist ganz toll direkt neben dem Centre Pompidou gelegen. Na jedenfalls klang das alles unheimlich spannend und aufregend und deswegen wollte ich da mal vorbeischauen, um eventuell so eine Art Hiwi-Stelle zu erbetteln. Auch wenn ich jetzt gelesen habe, dass es sowas in Frankreich gar nicht gibt. Naja, irgendwie muss man da doch unterkommen können, dachte ich mir und wenn nicht, dann willst du es wenigstens versucht haben. Thomas hat jemanden vom IRCAM vor einiger Zeit auf einem Gestenworkshop (die meisten Nichtinformatiker werden sicher so langsam unverständig oder fassunglos den Kopf schütteln... was es nicht alles gibt) kennengelernt und so hab ich mir dessen Namen geben lassen und bin heute da hingegangen. Direkt hinter der Tür saß schon einer, der aber schon komisch geguckt hat, als ich ihn nur gegrüßt habe, deswegen dachte ich mir, dass der bestimmt nicht zum gefragt Werden da ist. Um die Ecke war dann auch so eine Art Rezeption. Ich geh da also hin und sach: "Guten Tag, ich wollte zu Herrn Bevilacqua." "Haben Sie einen Termin?" "Nein, ich..." *zack* Greift der gleich zum Hörer und hat schon eine Nummer eingetippt. Ich schnell: "Neehe, halt, der kennt mich ja noch gar nicht." Er guckt irritiert und meint dann: "Na dann sprechen Sie am besten mit ihm selbst." Ich versuche noch schlimmeres abzuwenden: "Kann ich nicht einfach zu ihm hin und ihn selbst..." "Nein! So funktioniert das hier nicht!" "*schluck* Ok." Mannometer, was für ein Ton, ich frach doch nur. "Herr Bevilacqua, ich reich Ihnen mal jemanden rüber." Drückt er mir also den Hörer in die Hand. Boh, wie ich sowas hasse, so unvorbereitet und in einer komischen Sprache. Hatte aber zum Glück keine Zeit um in Panik auszubrechen. Hab ihm also kurz erklärt wer ich bin und dass ich ihn gerne sehen möchte. Das hat sogar halbwegs gut funktioniert. Er meinte dann, dass er grade in einer Besprechung wäre und ob ich morgen auch noch da wäre. "Äh, wie jetzt?" "Ja, bleiben Sie nur... achsonee, Sie haben ja gesagt, dass Sie Erasmusstudent sind, was ist dann mit nächster Woche?" Habe also jetzt nächste Woche Mittwoch einen Termin mit ihm, dann lässt mich der nette Mensch am Schalter sogar rein ;) Beim Gehen war er sogar tatsächlich nett! Keine Ahnung, was der an Leuten gewohnt ist, dass er so misstrauisch ist.

Oh und eben habe ich meinen Stundenplan aus Orsay gekriegt. Mal gleich schaun, was ich da so tolles machen kann :)

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