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Frog Blog

26.9.05, 19:26 Uhr

Der Mittelteil ohne Polizei

Warwalken ist ein mühsames Geschäft. Der Empfang war eh so mies, dass ich die Blog-Seite nicht richtig geladen bekam und dann verscheucht mich noch so ein Typ von der Firma, vor der ich saß. Wenn ich es richtig verstanden habe, wollten die das Beet sprengen, vor dem ich saß. Naja, kein Problem denk ich mir, der Empfang auf der Mauer ein paar Meter weiter ist eh nicht wesentlich schlechter als hier. Aber auch falsch, da war nämlich "Sicherheitszone", niemand dürfe sich da hinsetzen. Puh, alter Schwede, vor was für ner Firma hab ich mich da denn breit gemacht? Das Beet wurde irgendwie dann aber gar nicht gegossen, sodass ich den Eindruck gewann, dass ich da einfach ein paar Leute unheimlich nervös gemacht habe mit meinem Schleppi direkt vor ihrer Firma. Saß auch direkt vor ner Kamera, muss also bei dem Sicherheitsmann da recht präsent gewesen sein auf dem Monitor. Dachten bestimmt, ich bin ein böser Hacker und will ihr Firmennetz knacken oder so. Vorher krakeelte mir auch schon jemand aus dem Fenster zu, für welche Firma ich denn arbeiten würde. Hab nur Bahnhof verstanden, aber das lag ausnahmsweise mal nicht an der Sprache. Das wusste der aber nicht und hat das gleiche nochmal auf Englisch gefragt. Konnte ihm aber immer noch keine bessere Antwort geben. Da hatte ich schon ein bisschen Sorge, ob gleich die Bullen aufkreuzen würden (mit ihren Maschinenpistolen und Schießgewehren) und mich als Cyberkriminellen wegsperren würden. Keinen Plan, was die da geschoben haben, aber jedenfalls kam ich nichtmal mehr dazu, meine bisherigen Artikel loszuwerden, weshalb ihr noch länger auf neuen Lesestoff warten müsst. Tut mir echt leid :/ Immerhin hab ich es aber geschafft, mal ein paar DSL-Angebote zu angeln, sodass ich bald weniger von meinen abenteuerlichen Versuchen, ins Internet zu kommen, zu berichten hoffe, sondern von wirklich interessanten Dingen, die ich hier in Paris so erlebe.

Naja, was ist also sonst noch so passiert? Letzte Woche kam mein Schatz zu Besuch. Wir haben uns in zwei Marathons Paris angeguckt. (Wer es genau wissen will: Das eine Mal vom Trocadero über den Eiffelturm, den Invalidendom, den Jardin du Luxembourg, Saint Michel, die Ile de la Cité und dann irgendwo zwischen Louvre und Opéra in die Métro, weil es zu dunkel geworden war, um noch in den Palais Royal zu gehen. Das andere Mal angefangen zum Shoppen bei Printemps-Haussmann und Lafayette, an der Oper vorbei, wo wir eine Demo gesehen haben, die gegen die fehlende Krankenversicherung für Ausländer auf die Straße gegangen sind und eine Italienerin, die ihr Kind erst an den Haaren gerissen hat, dann volle Möhre die Hand ins Gesicht der schreienden kleinen gepfeffert hat und ihr dann wieder an den Haaren gezogen hat – ohne Worte, dann endlich in den Palais Royal, von da vorbei an St. Eustache und am Forum des Halles zum Centre Pompidou.) Am Centre Pompidou haben wir uns dann die Artisten und Schauspieler auf dem Platz davor angeguckt. Die beziehen immer das Publikum mit ein, was sehr lustig ist, solange es einen nicht trifft. Leider hatte es der letzte auf mich abgesehen und zerrte mich nach vorne, um an einer spontanen Inszenierung von „Dallas, version japonaise” teilzunehmen... als derjenige, der die Filmklappe bedient und somit nichts anderes zu tun hat, als „Action huit” oder so zu rufen und immer einen Rüffel dafür zu kriegen, dass er das zu leise getan hat, an der falschen Stelle oder mit zu wenig Elan zu seinem Klappenpunkt gewatschelt ist. Naja, Dani meinte, ich hätte ne gute Figur gemacht dabei und das ist ja immerhin die Hauptsache.

Mein Schatz ist dann gestern leider viel zu früh wieder abgereist. Ich hätte auch um ein Haar seit langem mal wieder geweint... aber eben auch nur um ein Haar. Vielleicht sollte ich anfangen, West zu rauchen.

Heute bin ich dann zur Uni, um mich mit jemandem zu treffen, der mir sagen kann, in welches Schuljahr ich eingestuft werde hier, damit ich mich auch endlich einschreiben kann, wofür ich einen Termin (ja, man braucht hier anscheinend einen Termin dafür) am Mittwoch habe. Dieser Jemand war aber nicht da und kommt auch nicht – ratet mal – vor Donnerstag wieder. Naja, hab mir dann selber ein Jahr ausgesucht um vom hiesigen Auslandsamt absegnen lassen.

Auf dem Weg nach unten habe ich dann zufällig Caro getroffen, eine Kommilitonin aus Bielefeld. Die wohnt in einem Studentenwohnheim hier und kannte dadurch schon ganz viele andere Erasmusstudenten. Ich hab dann in ziemlich kurzer Zeit ca. 19-20 Millionen Menschen kennengelernt, deren Namen ich mir natürlich auch alle merken kann... war aber trotzdem schön, mal was anderes als die bisherige Anonymität. Und endlich mal Leute, die auch mieses Französisch sprechen.

Eine von den Erasmusstudenten hat übrigens bedauernswerterweise hier erst gemerkt, dass sie Franzosen auf den Tod nicht ausstehen kann... muss man auch erstmal bringen. Dementsprechend zog sie denn auch in einer Tour über Franzosen und Frankreich her. Fand ich ziemlich anstrengend.

Hab dann zum ersten Mal in der hiesigen Mensa gegessen. 2,70 Euro sind ok, vor allem, weil es Salat gibt zum Selberbauen, eine Nachspeise zum Aussuchen und das Hauptgericht inklusive Beilage, das Wasser ist umsonst, allerdings ist das hiesiges Leitungswasser und das hat immer diesen Hauch von Chlor. Die Frau an der Kasse hat sich allerdings ziemlich angestellt, weil ich noch keinen Studiausweis habe. Caro wollte eigentlich für mich zahlen, wie man das in Bielefeld halt auch immer so macht, aber die meinte nur, dass sie das ja gerne tun könne, aber sie müsste trotzdem meinen Ausweis sehen. Naja, sie hat sich letztendlich zu einem „Na gut, EINMAL, aber kein zweites!” überreden lassen. Das Essen war übrigens ok. Der Fisch war lecker, der Reis kalt, aber ich hätte ihn ja auch heiß machen können, es standen da nämlich öffentliche Mikrowellen rum =)

So, morgen ist dann ein Tag für Diverses. Mein Onkel hat Geburtstag, aber so rar wie er sich bisher macht, weiß ich nicht, ob das den Tagesablauf beeinflussen wird. Ich hoffe deshalb mal, dass ich dazu komme, mich um mein Internet zu kümmern und den kleinen Oscar mal wiederzusehen. Mittwoch bin ich dann gespannt, wie diese Einschreibung so läuft.

1 Comments:

  • Hey.... auch wenn ich mich erst heute durch den Blog wühle...
    sehr coole Stories die du da zu berichten kannst. :)

    Auch wenn ich glaube das dein Bericht über die mysteriöse Firma mit einem etwas klischeehaftigen Film-Verhör am Ende bestimmt doppelt so spannend gewesen wäre...

    Wie heissen sie? Für wen arbeiten sie? *lampe ins Gesicht dreh*

    *grins*

    By Anonymous Stefan, at 1/10/05 02:23  

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