.comment-link {margin-left:.6em;}

Frog Blog

4.8.06, 00:00 Uhr

Little Differences III – Religion im Fernsehen

Ein neonhinterleuchtetes Kruzifix.
Bild von SC Fiasco, unter Creative Commons
Nachdem ich gesehen habe, dass hier jeden Sonntag ein Gottesdienst im öffentlich rechtlichen Fernsehen übertragen wird, dachte ich schon: „Hoppla guck an, das hat hier ja noch weniger geklappt mit der Trennung von Staat und Kirche als bei uns!” Aber dann habe ich mir erklären lassen, dass es direkt hintereinander einen katholischen, einen evangelischen, einen muslimischen und einen jüdischen Sendeplatz gibt. Das ist doch mal eine Ansage. Gut, jetzt ist die katholische Sendezeit irgendwie doppelt so lang wie die jeweils anderen, aber schließlich ist das momentan auch noch die weitaus häufigste Religion in Frankreich, nachdem die Protestanten nur in ein paar entlegenen Bergdörfern am Leben geblieben sind und das mit der Einwanderung wohl auch nicht so dramatisch ist, wie man die rechten Wähler glauben machen will. Wie die Reaktion auf eine Forderung von Schiiten und Sunniten wäre, auch jeweils einen eigenen Platz zu bekommen, weiß ich allerdings auch nicht. Nachdem neulich schon der erste schwarze Moderator in der Geschichte der Abendnachrichten das Tagesthema Nummer 1 war. Ist wohl noch ein weiter Weg zur Gleichstellung der „sichtbaren Minderheiten”.

4 Comments:

  • Hallo,

    bisher war ich recht froh darüber, dass die Kirche nicht sonderlich viel Zeit im deutschen öffentlichen Fernsehen bekommen hat.

    Die Idee allen Religionen ein gewisses Maß zu zusprechen ist natürlich auch nicht verkehrt.

    LG Stulle

    By Anonymous Stulle, at 8/8/06 16:36  

  • Ich wäre auch nicht tödlich getroffen, wenn wir in Zukunft auf das Wort zum Sonntag und Liveschaltungen von Gottesdiensten verzichten müssten. Dafür gibt es ja Privatsender. Aber ich stimme überein: Wenn, dann alle nennenswert vertretenen Religionen berücksichtigen.

    In Frankreich gibt es übrigens auch keinen Religionsunterricht in der Schule. Dafür ist der Mittwoch schulfrei, damit die Eltern Gelegenheit haben, ihre Kinder zur Bibel- oder eben wahlweise zur Geigen- oder Tennisstunde zu schicken. Damit fällt dann auch diese ätzende „Dann müssen die Kinder aber wenigstens Ethik lernen!”-Diskussion weg.

    By Blogger mudd1, at 8/8/06 16:42  

  • oO So hätte mir meine Schulwoche auch gefallen, wobei ich ja sogar Religion als LK haben wollte, damit wenigstens ein nicht "gläubiger" Pol in diesem Kurs sitzt... ;-)

    By Anonymous Stulle, at 8/8/06 19:59  

  • Hier geht Schule allerdings bis Abends und dann gibt es trotzdem noch Hausaufgaben. Das wär so gar nicht meins gewesen. Bin echt froh, hier nicht zur Schule gegangen zu sein. Und dann diese Notenfixierung... nein danke. Immerhin geht Schule hier erst um neun Uhr los und nicht um acht wie im mittelalterlichen Deutschland.

    By Blogger mudd1, at 8/8/06 20:03  

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home